Brief unserer Landesvorsitzenden an den Präsident des Thüringer Landtages

7. Mai 2015

Vom 7. Mai 2015

Sehr geehrter Herr Präsident des Thüringer Landtages Christian Carius,

ich habe Ihre Einladung zur heutigen Veranstaltung anlässlich des 70. Jahrestages des Endes des 2. Weltkrieges im Thüringer Landtag erhalten und werde auch teilnehmen.
Gestatten Sie mir als Tochter der Antifaschisten Hans und Else Raßmann aus Zella-Mehlis, die bereits am 30. November 1933 in das KZ Bad Sulza in „Schutzhaft“ genommen wurden, KZ und Gefängnis und mein Vater das KZ Buchenwald überlebt haben, diese Einladung zum „Ende des 2. Weltkrieges“ nicht akzeptieren kann. Die faschistische Barbarei begann am 30. Januar 1933 und nicht mit dem Beginn des 2. Weltkrieges 1939 mit dem Überfall der Wehrmacht auf Polen.
Der Tag der Befreiung spielt nicht nur für die überlebenden Verfolgten des Naziregimes, für AntifaschistInnen, DemokratInnen und WiderstandskämpferInnen eine bedeutende Rolle, er sollte auch für unser Gedenken an die Gräueltaten des Faschismus in Deutschland und Europa besondere Würdigung erfahren.Der 8. Mai 1945 ist der Tag der Befreiung, nicht nur für die Überlebenden aus den Konzentrationslagern, Zuchthäusern,Gefängnissen, auch für diejenigen, die Hitler bis dahin bejubelten, gab es die Chance, ein neues Leben zu beginnen.
Heute erkennen 80 Prozent der Bevölkerung den Tag als Tag der Befreiung an.

Ich werde mich an der Kundgebung vor dem Landtag beteiligen und zu den Teilnehmern sprechen.
Ich lege meine Rede bei und bin auch gern zu einem Gespräch bereit.

Mit freundlichen Grüßen

Elke Pudszuhn
Landesvorsitzende des Thüringer Verbandes der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten

Einladung zum Gedenken an die ZwangsarbeiterInnen und Häftlinge des Zwangsarbeiterlagers/KZ Außenlagers von Buchenwald in Neustadt bei Coburg

27. April 2015

Am Samstag, den 2. Mai 2015 um 11.00 Uhr findet am Gedenkstein Austraße / Ecke Halskestraße in Neustadt bei Coburg das Gedenken an die ZwangsarbeiterInnen und Häftlinge des Zwangsarbeiterlagers/KZ Außenlagers von Buchenwald statt.

Es sprechen:

  • ein Vertreter der Stadt Neustadt
  • Elke Pudszuhn (Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora LAG)
  • Günter Pierdzig (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der AntifaschistInnen VVN/BdA)
  • Klaus Dimler (Sohn eines Buchenwald-Häftlings)

Eine Veranstaltung der VVN/BdA Bamberg in Zusammenarbeit mit der LAG Buchenwald-Dora.

Informationen zum Außenlager könnt ihr der Einladung entnehmen!

Veranstaltungen zum 90. Jahrestag des Bestehens des Hotels „Am Wald“ in Elgersburg am 18./19. April 2015

14. April 2015

Vor 90 Jahren, am 12. April 1925 wurde das Kinderheim der Internationalen Roten Hilfe als MOPR-Heim eingeweiht. Die wechselvolle Geschichte des Hauses, seiner Bewohner und Erholungssuchenden soll im Mittelpunkt der Veranstaltungen stehen unter dem Motto:

Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker

Samstag, den 18.4.2015

10.00-12.30 Uhr
Musikalische Einstimmung durch Holger und Katrin Hänsgen, danach Einführung zur Geschichte des Hauses kurz Elke Pudszuhn, Übergabe an Dr. Gerd Kaiser zur Gesprächsleitung über „Deutschland, Russland und Komintern“ – neue Forschungsergebnisse und neu erschlossene Dokumente aus der 3-bändigen Ausgabe (Weber, Drabkin, Bayerlein) und über Schicksale von Thüringer Kommunisten in diesem Buch. Es kommen Angehörige zu Wort.

12.30 Uhr Mittagessen

13.30-15.30 Uhr

Erinnerung bewahren und Gegenwart gestalten – Einführung zum Thema: Susanne Hennig-Wellsow, Landesvorsitzende der Linken Thüringens. Danach: Von Elgersburg bis Iwanowo, Solidarität mit den Kindern. Inge Glesel, Berlin, spricht über sich und die Geschichte des Kinderheimes in Iwanowo von damals bis heute, mit DVD-Film. Anschließend Gesprächsrunde aller Teilnehmer zum Thema.

15.30-16.00 Uhr Pause

16.00-18.00 Uhr
Was hat die Ausstellung „…ich kam als Gast in euer Land gereist“ seit dem Erscheinen an neuen Erkenntnissen gebracht? Inge Münz-Koenen und Inge Glesel. Es wird fortgesetzt mit Auszügen aus Elfriede Brünings Buch „Lästige Zeugen? – Tonbandgespräche mit Opfern der Stalin-Zeit“ und neues zu Clara Berger aus Zella-Mehlis im Gespräch mit der Nichte von Clara Berger.

Abendessen

gemütliches Beisammensein

Sonntag, den 19.4.2015

Internationale Solidarität mit Kuba durch Cuba si

9.30-10.00 Uhr
kubanische Rhythmen von einem kubanischen Freund

10.00-12.00 Uhr
„Amboss oder Hammer“ – Gespräche über Kuba, Buchlesung und Gespräch mit Hans Modrow

12.00-13.00 Uhr Mittagessen

ab 13.00 Uhr bis Ende der Veranstaltungen gegen 15.00 Uhr

Cuba si in Thüringen: Gestaltung des Nachmittags durch Inge Giewald über die Aktivitäten von Cuba si in Thüringen, mit Erlebnissen von Barbara Frischbier, die im Januar/Februar 2015 vier Wochen in Kuba tätig war sowie einer Powerpoint-Präsentation von Rudi Körper über einen Solidaritäts-Baueinsatz in einer Behindertenschule und Beiträgen der Teilnehmer.

Einladung zum 6. Treffen der Nachkommen am 70. Jahrestag der Selbstbefreiung der Häftlinge des KZ Buchenwald

3. April 2015

Update:

Das Gedenken des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos findet dieses Mal erst ab 15:30 Uhr auf dem ehemaligen Appellplatz statt.

Es sprechen:

  • Bertrand Herz, Präsident des IKBD, Begrüßung
  • Marko Feingold, Überlebender der KZ Auschwitz, Buchenwald, Dachau und Neuengamme
  • Ivan Ivanji, Überlebender der KZ Auschwitz und Buchenwald
  • Günter Pappenheim, Vizepräsident des IKBD

Anschließend geht es zur Kranzniederlegung am Glockenturm.

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Nach acht Jahren mörderischen faschistischen Terrors im Konzentrationslager Buchenwald rief der Lagerälteste Hans Eiden am 11. April 1945 über die Lautsprecheranlage der SS: »Kameraden, wir sind frei! «
Diesen Worten und dem daraufhin ausbrechenden Jubel der Befreiten war die militärische Befreiungsaktion der illegalen Internationalen Militärorganisation vorausgegangen.
Unter Führung des legalisierten Internationalen Lagerkomitees organisierten die Antifaschisten die Übergabe des Lagers an die USA-Streitkräfte.
Zugleich bereiteten sich die ehemaligen Häftlinge auf ihre Heimkehr vor, beseelt von dem Willen, Faschismus und Krieg nie wieder zuzulassen.

Die denkwürdigen Tage um den 11. April 1945 werden im siebzigsten Jahr nach der Selbstbefreiung der Häftlinge des KZ Buchenwald im Mittelpunkt der Erinnerung stehen.
Von der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora wird am
Sonntag, dem 12. April 2015, um 10:00 Uhr im Kinosaal der Gedenkstätte Buchenwald
das 6. Treffen der Nachkommen durchgeführt.
Es wird unter dem Motto stehen:
»Kameraden, wir sind frei!« – mit dem Schwur von Buchenwald in die Zukunft
Professor Kurt Pätzold, Berlin, wird sich als Historiker diesem Thema zuwenden.
Die TeilnehemerInnen werden sich zu aktuellen politischen Entwicklungen in einer gemeinsamen Erklärung positionieren.

Bereits am 10. April 2015 werden Mitglieder der Lagerarbeitsgemeinschaft zwei Schulklassen/Jugendliche auf einem Gang durch das ehemaliger KZ begleiten, ihre Fragen beantworten und aus dem Leben ihrer Väter berichten.
Am 11. April 2015 ab 10:00 Uhr werden im Rahmen des Projekts «1000 Buchen für Buchenwald“, initiiert vom Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e.V., an der »Blutstraße« 13 Bäume zur Erinnerung an die Kinder von Buchenwald und an ehemalige Häftlinge gepflanzt. In der Lagerarbeitsgemeinschaft organisierte Angehörige und Mitglieder haben das Projekt unterstützt und werden an der Baumpflanzaktion teilnehmen.
Ebenfalls am 11. April 2015, um 15:15 Uhr wird eine Sonderführung, verantwortet von der Gedenkstätte, stattfinden.
Am 12. April 2015 wird im Deutschen Nationaltheater Weimar das offizielle Gedenken in Anwesenheit ehemaliger Häftlinge stattfinden – ausschließlich für geladene Gäste. Mit dem Gedenken des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos ab 15:30 Uhr auf dem ehemaligen Appellplatz und der anschließender Kranzniederlegung am Glockenturm wird die Würdigung des Befreiungstages in Buchenwald beendet.
Für den 13. April 2015 sind Ehrungen in der Gedenkstätte KZ Mittelbau-Dora vorgesehen.

Gedanken zum 70. Jahrestag der Selbstbefreiung des Konzentrationslagers Buchenwald am 11. April 1945

3. April 2015

Unsere Vorsitzende Elke Pudszuhn veröffentliche nachfolgende Zeilen im Disput 4/2015.

Was mit der Befreiung der Häftlinge am 27. Januar 1945 in Auschwitz begann endete erst am 8. Mai 1945 mit der Kapitulation Hitlerdeutschlands. Das war noch ein beschwerlicher und opferreicher Weg bis dahin, und kostete vielen Häftlingen in den Lagern das Leben. Sollten doch keine Beweise ihrer Verbrechen übrig bleiben.
Meine Eltern – Hans und Else Raßmann aus Zella-Mehlis hatten bereits 1933 mit dem KZ Bad Sulza Bekanntschaft gemacht und ihre Strafe „wegen Vorbereitung zum Hochverrat…“ abgesessen.
Die Freundschaft mit Magnus und Lydia Poser seit der gemeinsamen Haftzeit führte danach zur illegalen Widerstandsarbeit in Thüringen, die als die Neubauer-Poser-Organisation in die Geschichte eingegangen ist. Neubauer und Poser waren bereits verhaftet und Magnus beim Fluchtversuch angeschossen, schwer verletzt in den Häftlingskrankenbau des KZ Buchenwald zur Operation gebracht, verstarb aber am 21.7.1944. Seine letzten Worte waren: „Grüßt mir meinen Freund Theo“. Im Rahmen der Verhaftungswelle nach dem missglückten Attentat auf Hitler, kam auch mein Vater nach Buchenwald am 20. August 1944 und erhielt die Häftlingsnummer 81 706.
Er hat das KZ überlebt und uns Kindern erst einmal nichts erzählt, bis ich selbst angefangen habe, Fragen zu stellen als erwachsene Frau.
Sie haben sich, solange es möglich war, immer wieder dafür engagiert, eine Wiederkehr ähnlicher Verbrechen zu verhindern. Sie brachten besonders jungen Menschen ihre Erlebnisse und Erfahrungen in den Lagern nahe. Sie erzählten von ihrem Widerstand und dem ihrer verstorbenen und ermordete Kameradinnen und Kameraden. Besonders wichtig war es ihnen, an die Ursachen dieser Verbrechen zu erinnern und die Täterinnen und Täter auch beim Namen zu nennen.
Würden sie noch leben, würden sie sich bestimmt auch fragen, was ist davon in den Köpfen der Zuhörer von damals geblieben? Mir begegnen schon noch Leute, die sich daran erinnern und bei Führungen, die ich nun in Buchenwald auf Anfrage mache, sich an meine Eltern erinnern.
Das ist nun das Erbe, welches ich angetreten habe.
Als Landesvorsitzende des Thüringer Verbandes der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten und Mitglied der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald – Dora e.V. ist der Schwur, den die 21.000 überlebenden Häftlinge des KZ am 19. April 1945 bei der Trauerkundgebung leisteten, Erbe, Verpflichtung und Vermächtnis.
Deshalb beende ich jede Führung an der Gedenkplatte mit dem Verlesen des Schwurs, manchmal machen das die Teilnehmer von von sich aus auch selbst.
Dann denke ich, es war nicht umsonst, was ich ihnen erzählt habe über Widerstand, Solidarität, ihren Kampf und ihre Freude am Leben und dass der Schwur noch nicht erfüllt ist, denn „…die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel“ ist noch nicht erreicht.

Antifa-Bildungsreise vom 03.- 06. Juli 2015 nach Rivoli/Italien

15. März 2015

Die 23. Antifa-Fahrt des Thüringer Verbandes der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten steht im Zeichen des 70. Jahrestages der Befreiung von Faschismus und Krieg der Völker Europas und ist in diesem Jahr den Menschen gewidmet, die den Widerstand gegen den italienischen und deutschen Faschismus 1943-1945 mit dem Leben bezahlen mussten. Auf der Passhöhe des Colle del Lys (1.311 m) / Region Piemont / Provinz Turin wurden am 2. Juli 1944 auf grausame Weise Partisanen der Garibaldi-Brigade ermordet. 1955 wurde dort ein Turm des Gedenkens auf der Passhöhe errichtet, der nicht nur an das strategische Zentrum der hier operierenden Partisanen erinnert, sondern an alle 2.024 Partisanen, die während der 20 Monate der Resistenza ihr Leben gaben.

Reiseverlauf:

Freitag, den 03.Juli 2015

6.00 Uhr: Abfahrt in Erfurt, Busbahnhof, Willy-Brandt-Platz, für alle, die sich für diesen Einstiegsort gemeldet haben
7.00 Uhr: Zusteigen in Suhl, Platz der Deutschen Einheit; Fahrt zum Hotel „Rivoli“ in Rivoli
Ca. 19.00 Uhr: Ankunft, Zimmereinteilung, individuelles Abendessen, kleiner Stadtbummel

Samstag, den 04. Juli 2015

8.00 Uhr: Frühstück
9.00 Uhr: Begrüßung/Treffen mit Vertretern der Organisation der italienischen Partisanen (Comitato Resistenza Colle del Lys, Rivoli), der IG Metall Bodensee und der VVN-BdA Oberschwaben
10.30 Uhr: Abfahrt zum Tagesausflug nach Turin
11.00 Uhr: Treffen mit Stadtführer, Besuch des Filmmuseums und Freizeit mit individuellem Abendessen
19.00 Uhr: Rückfahrt nach Rivoli zum Hotel
20.00 Uhr: Gesprächsrunde mit Freunden

Sonntag, den 05. Juli 2015

7.00 Uhr: Frühstück
8.00 Uhr: Abfahrt zur Gedenkveranstaltung auf dem Colle del Lys
9.00 Uhr: Versammlung der Bürgermeister/innen und Partisanen
10.30 Uhr: Offizielle Gedenkfeier mit Kranzniederlegung am Turm, anschließend Gedenkreden auf der großen Bühne
Ca. 13.00 Uhr: Mittagessen im Zelt (im Reisepreis enthalten), danach Besuch des Resistenza-Museums
17.00 Uhr: Rückfahrt zum Hotel
20.00 Uhr: gemeinsames Abendessen (im Reisepreis enthalten), anschließend gemütliches Zusammensein

Montag, den 06. Juli 2015

7.00 Uhr: Frühstück, danach Gepäck im Bus verstauen
8.00 Uhr: Abfahrt
Ca. 20.00 Uhr: Ankunft in Suhl
Ca. 21.00 Uhr: Ankunft in Erfurt

Das Programm wurde mitorganisiert durch die VVN-BdA Oberschwaben, die jahrzehntelange freundschaftliche Beziehungen zu den italienischen Freunden haben.

Im Hotel Rivoli ist die Übernachtung mit Frühstück gebucht.

Der Teilnehmerpreis beträgt pro Person im DZ 305.-€, im EZ 361.-€

Im Teilnehmerpreis sind 5.- € für Stadtführung, 20.-€ Eintritt Filmmuseum in Turin, 35.-€ Mittagessen im Zelt in Colle del Lys und 30.-€ für das Abendessen am 5.7. im Hotel Rivoli inbegriffen.

Den Betrag bitte ich bis 1. Mai 2015 auf mein Konto zu überweisen.

Elke Pudszuhn
IBAN: DE95 8405 0000 1710 1231 56
SWIFT-BIC: HELADEF1RRS
Kennwort: Antifa-Fahrt

Ich bitte um kurze Mitteilung, wo ihr einsteigen wollt.

Eure Nachricht nehme ich entgegen unter Tel.: 03682/43765 oder Handy: 015156985749 oder per Email: elke.pudszuhn@googlemail.com

Elke Pudszuhn
Reiseleiterin

Änderungen im Programmablauf können sich kurzfristig ergeben

29. Buchenwaldgedenklauf im Zeichen der Erinnerung und Mahnung

14. März 2015

Aus Anlass des 70. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald findet am Donnerstag, den 16. April 2015 unser 29. Buchenwaldgedenklauf von Bad Köstritz über Gera nach Weida statt. Dazu erklärt die Basisgruppe Gera des TVVdN/BdA:

Im Jahr 2015 begehen wir den 70. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom barbarischen Hitlerfaschismus. Noch kurz vor seinem Ende wurden die Überlebenden des KZ Buchenwald auf Todesmärsche geschickt von Weimar in Richtung Süden, bewacht von SS-Truppen. Die KZ-Führung wollte damit das ganze Ausmaß ihrer Verbrechen im Lager vor der Öffentlichkeit und den herannahenden alliierten Militärverbänden verschleiern.
Am 13. April 1945 schleppten sich hunderte entkräftete Häftlinge, aus Bad Köstritz kommend, durch Gera in Richtung Weida. Wer von ihnen nicht mehr in der Lage war, sich aus eigener Kraft vorwärts zu bewegen, wurde erschlagen oder erschossen. Die übrig gebliebenen Häftlinge zwang man, ihre gemordeten Kameraden am Straßenrand zu verscharren. Allein auf diesem Teilstück des 11. Todesmarsches ließen 88 Häftlinge ihr Leben.
Ihre letzten Ruhestätten werden durch Gedenksteine symbolisiert, die u.a. auf dem Friedhof Bad Köstritz, am Südfriedhof Gera und in Weida am Platz der Freiheit aufgestellt wurden.
Zur Erinnerung an den 11. Todesmarsch vom 5. bis 12. April 1945 findet alljährlich der Buchenwaldgedenklauf statt. Diesen Weg ehren die Sportler aus Bad Köstritz, Gera sowie der Radsportklub „Solidarität“ durch einen Staffellauf angesichts dessen, dass der

Der Schwur der Häftlinge von Buchenwald (19.April 1945):

„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

noch immer nicht erfüllt ist.

Der 29. Buchenwaldgedenklauf wird als Staffellauf von Sportlern aus Bad Köstritz, Geraer Sportvereinen und dem Radfahrerclub „Solidarität 1895 e.V.“ durchgeführt.

Ablaufplan:

15:45 Uhr – Bad Köstritz – Friedhof

Gedenkveranstaltung der Stadtverwaltung Bad Köstritz am Gedenkstein für die Opfer des Faschismus

16:00 Uhr

Start des Buchenwaldgedenklaufes durch den Bürgermeister von Bad Köstritz
Teilnehmer am Start: Läufergruppe aus Bad Köstritz
Die Läufergruppe aus Bad Köstritz beendet ihren Gedenklauf am Langenberger Steg

16:15 Uhr – Langenberger Steg

Von der Läufergruppe aus Bad Köstritz übernehmen die Inlineskater des RSV „ Blau- Weiß“ Gera den Staffelstab am Langenberger Steg und laufen ab Langenberger Steg an der Elster entlang bis Tierheim Milbitz (Franzosenbrücke), weiter über die Untermhäuser Str., Schellingstraße bis Cubabrücke, Radweg an der Elster bis Untermhäuser Brücke, Küchengartenallee bis in den Geraer Küchengarten

16.30 Uhr – Geraer Küchengarten

Von den Inline-Skatern des RSV „Blau-Weiß“ Gera übernehmen Staffelläufer der Geraer Sportvereine den Stab zu einem Staffelwettbewerb im Geraer Küchengarten.

16.30 Uhr

Zeitgleich starten die Radsportler des Radfahrerclub Solidarität 1895 e.V. zu ihrer Fahrt auf der Todesmarschstrecke in Gera nach Weida zum Gedenkstein für die Opfer des Faschismus – Platz der Freiheit.

Folgende Strecken sollen angefahren werden:

  • Wiesestraße/Südfriedhof
  • Zwötzener Siedlung/Salzstraße
  • Weida/ Platz der Freiheit

Die Radfahrer fahren folgende Strecke:

  • Abfahrt Geraer Küchengarten zum Hofwiesenpark
  • Elsterradweg bis Kreuzung Arminiusstraße (Querung mit Polizei)
  • über Nettoparkplatz zur Wiesestraße
  • Gedenkstein Südfriedhof
  • zurück über Parkplatz Netto
  • entlang B 92 (Fußweg) bis Kreuzung Keplerstraße
  • Überquerung Keplerstraße und B 92 (mit Polizei)
  • Elsterquerung über Fußgängerbrücke bis Ruckdeschelstrasse
  • über Zwötzener Brücke-Elsterdamm-Salzstraße bis Friedensbrücke
  • Elsterradweg über Wünschendorfer-Str. – Holzbrücke-Elsterbrücke- Mildenfurth und nach links
  • Radweg an der Weida bis zur Post Weida dann nach links
  • Hauptstraße Weida bis Baustelle Weidabrücke
  • Rechts abbiegen in Brauhausgasse
  • Links über Fußgängerbrücke zum Platz der Freiheit

16.45 Uhr

Der letzte Läufer in der Staffel übergibt den Staffelstab an den Vorsitzenden der Basisgruppe Gera des Thüringer Verbandes VdN/BdA e.V.

Anschließend

Niederlegung von Gebinden und Blumen am Gedenkstein für die Opfer des Faschismus

Die Worte des Gedenkens und der Mahnung spricht:

18.15 Uhr

Eintreffen der Radfahrer in Weida/Platz der Freiheit

Die Worte des Gedenkens und der Mahnung spricht:

An den Geraer Gedenkstätten Friedensbrücke, Unterröppisch und Zossen legen Mitglieder der Geraer Basisgruppe Blumen nieder.

Gedenken an Märzgefallene in Zella-Mehlis

8. März 2015

In Erinnerung und zum Gedenken an die im Kampf für die Erhaltung der jungen Demokratie gegen den Kapp-Putsch vor 95 Jahren gefallenen März-Kämpfer aus Zella-Mehlis

findet am Sonntag, den 15. März 2015 um 10.00 Uhr auf dem ehemaligen Mehliser Friedhof, heute Parkanlage an der Hauptstraße

eine Gedenkveranstaltung statt, zu der die Ortsgruppen der LINKEN und der SPD gemeinsam einladen.

Die Gedenkworte spricht Ina Leukefeld, Abgeordnete des Thüringer Landtages, Fraktion DIE LINKE.

Zu dieser Veranstaltung sind alle Stadträtinnen und Stadträte sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen.

Einladung zu Veranstaltungen anlässlich des 90. Jahrestages der Eröffnung des Kinderheimes „MOPR“, dem jetzigen Hotel „Am Wald“ in Elgersburg am 18./19. April 2015

3. März 2015

Vom Freundeskreis „Kinderheim MOPR Elgersburg“

Von Ostern 1925 bis Mitte 1928 fanden Kinder aus allen Teilen Deutschlands aber auch aus Bulgarien und Österreich für mehrere Wochen liebevolle und solidarische Betreuung im damaligen Kinderheim „MOPR“ in Elgersburg..
Die wechselvolle Geschichte des Hauses ist in einer ständigen Ausstellung im Hotel „Am Wald“ zu sehen.

Der Freundeskreis des Kinderheimes lädt aus diesem Anlass für den 18./19. April 2015 jeweils ab 10.00 Uhr zum Besuch des traditionsreichen Hauses ein. Unter dem Motto:

„Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker“

treffen sich interessierte Freunde an der Geschichte des Hauses zu Gesprächen und Diskussionen.

Am Samstag, dem 18.4. steht die Solidarität mit den Kindern von Elgersburg und Iwanowo/Sowjetunion mit ehemaligen Kindern der Heime und deren Schicksale im Mittelpunkt.
Holger Hänsgen u.a. werden diesen Teil musikalisch begleiten.

Am Sonntag, dem 19.4. wird das Programm durch Cuba si Thüringen gestaltet. Geplant und vorbereitet wird eine Buchlesung und ein Gespräch mit Hans Modrow (angefragt) sowie Gespräche über Aktivitäten für Kubas Kinder vor Ort. Die musikalische Begleitung übernimmt ein kubanischer Künstler, der in Thüringen wohnt.

Interessierte Gäste, nicht nur aus Thüringen, sind herzlich eingeladen.
Das Haus garantiert Thüringer Gastlichkeit und Gastfreundschaft.

Übernachtungswünsche sind direkt an das Hotel „Am Wald“ in Elgersburg zu richten.
Telefon:+49-3677-798 00 Fax: +49-3677-7980106
E -Mail: info@hotel-am-wald.com
Internet:www.hotel-am-wald.com

für den Freundeskreis
Elke Pudszuhn

in Abstimmung mit dem Landesvorstand DIE LINKE und der Geschäftsleitung des Hotels „Am Wald“

Auslobung des Theo Neubauer Preises

1. März 2015

Ich glaube an den Tag, an dem das Licht
der Sonne siegreich eure Nacht verjagt,
der Blindheit Band euch von den Augen reißt,
den harten Winter eures Unglücks bricht;
da leuchtend euch ein neuer Frühling tagt
und man euch, neugeboren, Menschen heißt.

Mit diesen Versen spricht Theo Neubauer die Hoffnung aus, dass der Mensch, wenn er mit klarer Sicht von der Unterdrückung und des Betrogenseins Einsicht und Kraft gewinnt, sich hinüber arbeiten kann in das wirkliche Reich der Freiheit und wirklich, Mensch zu werden.
In dieser Zeit, in der erneut der Mob die Straßen gewinnt, müssen wir uns des Lebens und Kampfes solcher Menschen, wie Theo Neubauer, in Erinnerung rufen und aus ihrem Schicksal Einsicht, Kraft und Hoffnung gewinnen und aktiv werden.
Für Martin Mürb und seiner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes bedeutet dies: „Theo als Schutzschild gegen den leichtfertigen Umgang mit dem gewesenen und wieder hervorkriechenden Faschismus vor der Gesellschaft herzutragen.“
Wir dürfen nicht weggucken, sondern müssen etwas tun, um der Blindheit Band von den Augen der Menschen zu reißen.
Deshalb wird von der Basisgruppe der VVN Gotha der Theo Neubauer Preis ausgeschrieben. Schüler, Lehrlinge, Studenten, Werktätige, Rentner sind eingeladen sich am Wettbewerb zu beteiligen und sich mit Fotos sowie Kurzgeschichten und Reportagen mit dem politischen Geschehen im In- oder Ausland kritisch auseinandersetzen.
Die Ausschreibung des Theo Neubauer Preis besitzt eine parteiübergreifende Basis und orientiert sich am Leben des Historikers, Pädagogen, kommunistischen Parlamentarier und antifaschistischen Widerstandskämpfer (1890-1945), der von 1939 bis 1944 in Tabarz gelebt hat und von den Faschisten hingerichtet wurde. Das Leben und die Verse Theo Neubauers, wie sie uns aus dem Gedicht „Ich glaube…“ entgegentraten, sind unabgegolten und können uns heute noch als Motto leiten. Es lenkt unseren kritischen Blick auf Lebenslagen, die verlangen, Gesicht zu zeigen und sich gegen hassvolle Verachtung von Menschen anderer Rasse und Kultur einzusetzen, ob in stiller Beharrlichkeit oder mit energischer Kraft, und mit den Menschen an unserer Seite verständnisvoll, tolerant, freundschaftlich und solidarisch zusammenzustehen. Diese humanistische Grundposition soll in den gestalteten Szenen und Momenten erkennbar sein, uns berühren und Haltung wecken.
Damit loben wir heute (5. Februar 2015) den Preis aus. Bis zum 09. November des Jahres sind die Beiträge in verschlossenem Umschlag bei der Gemeinde Tabarz einzureichen. (Gemeinde Tabarz, Theo- Neubauer- Preis, Theodor- Neubauer- Park 1, 99891 Tabarz)

Die Jury, zusammengesetzt aus Prof. Dr. Peter Arlt, Martin Mürb, Martina Renner (Mitglied des Bundestages), Dr. Johanna Scheringer-Wright (Mitglied des Landtages), Vera Fitzke (Mitglied des Kreistages Gotha) und der Bürgermeister von Tabarz David Ortmann, bewertet anonym und benennt die Preisträger.
Bei der Preisverleihung am 12. Dezember, dem Geburtstag Dr. Theodor Neubauers, werden die Preisträger ausgezeichnet.
Das Preisgeld wird durch die VVN- Gruppe Gotha, Herrn David Ortmann, Frau MdB Renner, Frau MdL Scheringer- Wright, der Kreistagsfraktion DIE LINKE Gotha und weiteren Organisationen und Privatpersonen gestellt.
Die Arbeiten der Preisträger werden ausgestellt und in einer Lesung dargeboten, desweiteren an verschiedenen Stellen veröffentlicht.
Wir sehen mit Freude den Fotos oder Fotoserien sowie Kurzgeschichten und Reportagen entgegen, die sich einem politischen und sozialen Geschehen zuwenden und mit originellen Bild- und Sprachformen und berührenden Zeichenfindungen aktuelle Zeiterfahrungen zum Ausdruck bringen und zeigen, dass der Teilnehmer an der Wirklichkeit hautnah dran ist, zu ihr Positionen bezieht und vielleicht sogar mit preiswürdigen Arbeiten in die Öffentlichkeit tritt.
Peter Arlt

Ausführungsbestimmungen
Eingereicht werden können 3 ausdrucksstarke Fotos (42 x 60 cm) bzw. 1 Fotoserie von 5 Fotos (je 21 x 30 cm) oder 1 Kurzgeschichte / Reportage (Umfang ca. 5000 Zeichen). Jeder Einsender kann nur einen und zwar unveröffentlichten Beitrag einreichen. Die Textbeiträge sind in zwei Exemplaren einzureichen.

Wegen der Anonymität des Bewertungsverfahrens dürfen auf den Fotos und Texten keine Autorennamen stehen. Aber auf einem beigelegten Extrablatt stellt sich der Autor in einer Kurzvita (höchstens 12 Zeilen) vor.

Die Jury wählt zunächst individuell die besten Arbeiten aus und entscheidet nach einer Bewertungsdiskussion durch Abstimmung.
Es wird eine Dotierung in drei Plätzen (mindestens 100, 200, 300 €) vorgenommen.

Bei der Preisverleihung am 12. Dezember, dem Geburtstag Dr. Theodor Neubauers, werden die Fotos der Preisträger gezeigt und findet eine Lesung der ausgezeichneten oder vordersten 3 Kurzgeschichten statt.
Die Arbeiten der Preisträger und möglicherweise weitere werden ebenso veröffentlicht und die besten Fotos sowohl in Tabarz im Bürgerhaus „KUKUNA“ als auch anderswo (Gotha) in Ausstellungen gezeigt.

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