Erklärung der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora e.V.

21. April 2018

Bedeutsame Bestandteile der faschistischen Ideologie sind Rassismus und Antisemitismus. Die NSDAP verstand im »Kampf gegen das Judentum« eine ihrer wichtigsten Aufgaben. Der Antisemitismus wurde mit aktuellen politischen, ökonomischen und kulturellen Problemen der Zeit verbunden und in den Rang existenzieller Notwendigkeit erhoben. Organisierte antijüdische Übergriffe und Boykottaktionen schürten Judenfeindlichkeit und Rassismus. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten in Deutschland hunderte Synagogen. Eine hysterische Meute plünderte tausende jüdische Geschäfte. Etwa 30.000 jüdische Männer wurden verhaftet und unter unmenschlichen Bedingungen in die Konzentrationslager verschleppt.

Die Auswirkungen dieser Aktion im KZ Buchenwald vor achtzig Jahren waren Thema des von der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora durchgeführten IX. Treffens der Nachkommen, zu dem ehemalige Häftlinge, Antifaschistinnen, Antifaschisten und zahlreiche Gäste eingeladen waren.

Dreiundsiebzig Jahre nach der Befreiung vom deutschen Faschismus sehen wir mit Sorge das Aufleben von Antisemitismus, weit verbreiteten Rassismus und zunehmende Gewalt.
Diese Erscheinungen gehen einher mit massenhaft verbreiteter Gleichgültigkeit.

Von unserm Treffen mahnen wir mit dem am 19. April 1945 auch von jüdischen Überlebenden geleisteten Schwur von Buchenwald

»Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.«

zu menschlich vernünftigem und politisch verantwortungsbewusstem Handeln.

Es gibt zu einer Welt des Friedens und der Freiheit, ohne Faschismus keine Alternative!

Aus diesem Grund rufen wir auch von diesem Platz hier alle politisch Verantwortlichen in der Welt auf, für die gegenwärtigen Konflikte, insbesondere in Syrien und im Nahen Osten, vernünftige Lösungen zu finden und nicht mit Waffengewalt zu handeln.

Buchenwald, am 15. April 2018

Treffen der Nachkommen in Buchenwald

21. April 2018

Anlässlich des 73. Jahrestages der Selbstbefreiung der Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald fand auf Einladung der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora am 15. April 2018 das IX. Treffen der Nachkommen auf dem Ettersberg statt.
Mehr als hundert Gäste, Weimarer BürgerInnen, AntifaschistInnen und Interessierte nahmen bereits am Vortag an einer Gedenkveranstaltung teil. Im Rahmen des Projekts »1000 Buchen« vom Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda zur Erinnerung an die Todesmärsche aus dem KZ Buchenwald wurden auf Anregung der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora Bäume für die jüdischen Häftlinge und den politischen Häftling Hans Gerhard Lehmann gepflanzt. Die Söhne von Hans Gerhard Lehmann und der Dresdener Jugendverein »Roter Baum«, der Stadtverband DIE LINKE sowie die Dresdener VVN-BdA finanzierten die Baumpflanzung.
Das IX. Treffen der Nachkommen fand im Kinosaal der Gedenkstätte Buchenwald statt und widmete sich dem Thema »Der Judenpogrom vom November 1938 und die Hilfe des Lagerwiderstands für die Juden im KZ Buchenwald«. Historische Fakten, Fotos und Dokumente, mit einem Video eingespielt, stimmten die zahlreichen Gäste ein, unter ihnen die ehemaligen Häftlinge Naftali Fürst aus Israel und Andrei Iwanowitsch Moiseenko aus Weißrussland. Nach Grußworten vom Vorsitzende der Lagerarbeitsgemeinschaft, Günter Pappenheim (der aus gesundheitlichen Gründen nicht persönlich anwesend war), und dem Präsidenten des Internationalen Komitees Buchernwald-Dora und Kommandos, Dominique Durand, referierte der Historiker Dr. Harry Stein zum Thema, was mit großem Interesse aufgenommen wurde. Schüler aus Weimar und Jena lasen aus Zeitzeugenberichten. Mit starkem Beifall wurde von den TeilnehmerInnen des Treffens eine Erklärung verabschiedet. Das stille Gedenken am Block 22, dem so genannten Judenblock, beendete das diesjährige bundesweite Treffen der Nachkommen.
Schülergruppen aus Siegen und Dresden, Gruppen der VVN-BdA aus Berlin, Siegen, Essen, Thüringen, eine Gruppe von »Schweinfurt ist bunt« verbanden die Teilnahme am Treffen mit dem Besuch der Gedenkstätte. Der »Rote Stern Leipzig«/Sektion Radsport beendete in Buchenwald eine Radsportdemo, die am 14. April in Leipzig startete und über Zeitz, Eisenberg, Jena und Weimar führte.
Die Gedenkkundgebung des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos und der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald-Dora bildete den würdigen Abschluss des diesjährigen Gedenkens in Buchenwald. Der Thüringer Staatssekretär Malte Krückels versicherte, die »Landesregierung fühlt sich dem Schwur von Buchenwald verpflichtet: >Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.<«

Gerhard Hoffmann

Gedenkworte der Landesvorsitzenden zur Gedenkveranstaltung am 7. April 2018 im Jonastal

15. April 2018

Liebe Teilnehmer des heutigen Gedenkens, anlässlich 73. Jahrestages der Befreiung der Häftlinge des Konzentrationslagers SIII,

Heute vor 73 Jahren befanden sich die Häftlinge der Lager aus Ohrdruf, Crawinkel und Espenfeld auf dem Marsch ins Hauptlager Buchenwald.
Viele von ihnen haben es nicht geschafft, wurden auf dem Marsch erschlagen, erschossen und liegen gelassen am Wegesrand.
Die entkräfteten, aber lebenden Häftlinge, erlebten am 11. April die Selbstbefreiung und leisteten am 19. April 1945 auf dem Appellplatz den Schwur der 21.000 Überlebenden, der seit einiger Zeit unerträglichen Angriffen ausgesetzt ist und der zugleich verfälscht und falsch interpretiert wird.

Jegliche Diskreditierung dieses Schwurs ist eine 21.000-fache Beleidigung der Überlebenden und zugleich eine Schändung der 56.000 Opfer von Buchenwald.
Die „Deklaration“ ist als Schwur von Buchenwald in die Geschichte eingegangen und sehr viele, die von den deutschen Faschisten in Gefängnissen, Zuchthäusern, KZ`s gemartert wurden, die Zwangsarbeit leisteten, die emigrieren mussten, die der Verfolgung ausgesetzt waren, die in Spanien oder in den alliierten Streitkräften gegen die Nazis gekämpft hatten, machten sich die Grundaussagen dieses Schwurs zu eigen und sie lebten dafür, dass er eines Tages Wirklichkeit werde.
Der Schwur von Buchenwald wurde zum Fanal des Neuanfangs und wirkte auf nachfolgende Generationen.

Die von hoher politischer Verantwortung getragene Aussage, dass der Kampf erst einzustellen sei, wenn „auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völkern steht“, dass „die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln unsere Losung (ist)“ und der „Aufbau neuen Welt des Friedens und der Freiheit (…) unser Ziel“ ist so beschworen worden. Das befreite Aufatmen nach 12 bitteren Jahren Faschismus war alternativlos und es gibt bis heute nichts Vernünftigeres als eine Welt ohne Faschismus und Krieg.
Da weder der Faschismus vernichtet, noch der Frieden gesichert ist, besitzt der Schwur höchste Aktualität.
Deshalb haben die Überlebenden im April 2017 in Buchenwald ihr Vermächtnis in die Hände nachfolgender Generationen gegeben und sind überzeugt, dass das Richtige getan wird, um die Gedanken des Schwurs Wirklichkeit werden zu lassen.

Günter Pappenheim, Vizepräsident des IKBD und Vorsitzender der LAG Buchenwald sagt dazu:

Aus Erfahrung wissen wir, dass der zu gehende Weg steinig ist. Mit der Zuversicht, dass Vernunft sich durchsetzen wird, lohnt es sich, den Weg zu gehen.
Jene, die heute in bequemen Sesseln an hessischen Verfassungsschutzschreibtischen Steuergelder vergeuden und es unternehmen pseudowissenschaftlich zu begründen, dass der Schwur von Buchenwald die „kommunistische Faschismustheorie“ stütze und damit die Prinzipien der freiheitlich-demokratischen Grundordnung in Frage stellt, sei ins Stammbuch geschrieben: sie sind folgsame Schüler ihrer Lehrer geworden, jener, die uns einsperrten und folterten. Nach unserer Befreiung taten sie eine Zeit lang, als hätten sie von nichts gewusst. Nach dem sie sich unter den Schwingen des Bundesadlers sicher fühlten, bekleideten sie wieder ihre Ämter.
Da könnte man genügend Beispiele anführen.
Heute reiben sich manche die Augen über Anmaßungen der AfD in den Landesparlamenten und im Bundestag. Geflissentlich wird übersehen, dass die Führenden bereits in der CDU dienten. Gaulands Gaunerstück als Staatssekretär und Chef der hessischen Staatskanzlei ist doch nicht vergessen.

Wer mehr darüber wissen will, kann ja bei Wikipedia „Gauland“ nachschlagen.

Seit 1964 gibt es in der Bundesrepublik eine mit Steuergeldern finanzierte neofaschistische und – gerichtsnotorisch festgestellt – verfassungsfeindliche NPD, die zu verbieten und ihr die Legalität zu nehmen, politisch nicht gewollt ist.
Inzwischen sind funktionierende Ersatzorganisationen entstanden, wie die Identitären. Sie sind ungehindert die Fußtruppen der AfD geworden.
Eine gefährliche, zum Teil bewaffnete sogenannte Reichsbürgerbewegung wird seit Jahren geduldet.
Hass, Aufrufe zu Gewalt kursieren im Internet. Juden, vermeintliche Ausländer und andere zum Feindbild zu erklären, Muslime als „abstoßendes, hinterhältiges Menschenmaterial“, Migranten als „Ungeziefer“ zu bezeichnen, bleibt nahezu folgenlos.

Da hätte, meiner Meinung nach, der Verfassungsschutz sein Betätigungsfeld, und nicht in der Bespitzelung von Antifaschistinnen, Antifaschisten und FriedenskämpferInnen, wie im Falle von Silvia Gingold, die „verfassungsfeindliche“ Lesungen aus den Erinnerungen ihres Vaters Peter Gingold macht, und ihr damit unterstellt wird, wörtlich:
„… das sie und die VVN-BdA sich positiv auf den Schwur von Buchenwald bezögen. Wer sich aber auf den Schwur von Buchenwald beruft, lehne die „Freiheitlich-Demokratische Grundordnung“ ab.“
Wir fordern die Bundesregierung und die Landesregierungen und die für die Verfassungsschutzämter Zuständigen auf:

Nehmen Sie den Angriff auf das konstituierende Dokument für Frieden, Freiheit und Demokratie zurück! Hören Sie auf diejenigen zu bespitzeln, die – wie Silvia Gingold – dieses Dokument verteidigen und seine Verwirklichung zu ihrer ureigenen Sache machen.

Dazu zähle ich mich auch, da ich in Gesprächen mit jungen Leuten, bei Führungen in Buchenwald, bei Veranstaltungen usw. den Schwur verlese und darüber spreche, das habe ich von meinem Vater übernommen, der Buchenwald überlebt hat.

So sehe ich die Verbindung des Schwurs von Buchenwald und die Friedensbewegung, wie den Ostermarsch am vergangenen Samstag in Ordruf denn

… die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.
Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.
Das sind wir unseren Kameraden, ihren Angehörigen schuldig.

Das ist unser gemeinsames Anliegen, unabhängig von politischen Ansichten, für eine Welt des Friedens zu kämpfen.

Wir vertreten den Gedanken einer europäischen Friedensordnung und wenden uns gegen jede Art von Nationalismus.

Für eine Welt des Friedens und der Freiheit getreu dem Schwur von Buchenwald!

Danke für eure Aufmerksamkeit.


Foto: Klaus-Ulrich Hubert


Foto: Klaus-Ulrich Hubert

Einladung zum 9. Treffen der Nachkommen & Gedenkveranstaltung des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos

4. März 2018

Das Lebenshilfe-Werk Weimar-Apolda e.V. wird in Abstimmung mit der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora aus Anlass des 73. Jahrestages der Lagerbefreiung am 14. April 2018 um 16:00 Uhr im Bereich Weimar Kromsdorfer Straße 11 / Andersen Straße zur Erinnerung an die jüdischen Häftlinge und an Hans-Gerhard Lehmann jeweils einen Baum im Rahmen des Gedenkprojekts »1000 Buchen« pflanzen.

Am 15. April 2018 um 10:00 Uhr findet im Kinosaal der Gedenkstätte Buchenwald das 9. Treffen der Nachkommen statt, das an den Judenpogrom vom 9./10. November 1938 und die Hilfe des Lagerwiderstands für die Juden im KZ Buchenwald erinnern wird. Im Anschluss wird es ein stilles Gedenken am ehemaligen Block 22 geben.

Die Gedenkveranstaltung des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos findet um 13.30 Uhr auf dem ehemaligen Appellplatz statt.
Um 15:00 Uhr wird es ein Gedenken am Mahnmal für die jüdische Opfer geben anschließend findet die Kranzniederlegung am Glockenturm statt.

26. Antifa-Bildungsreise des TVVdN/BdA vom 24.- 27. Mai 2018

4. März 2018

Die 26. Bildungsreise begibt sich auf die Spuren der letzten Häftlinge des KZ Sulza in das KZ Lichtenburg (Prettin) dann nach Buchenwald, besucht die Stadt Frankfurt/Oder mit antifaschistischer Stadtführung und einem Gedankenaustausch mit Vertretern der VVN, beschäftigt sich mit der Geschichte und Gegenwart der Europastadt Guben/Gubin und gedenkt der ermordeten Juden auf dem jüdischen Friedhof. Wir erholen uns bei einer Kahnfahrt im Spreewald und erkunden die Stadt Forst, in der wir übernachten werden.

Reiseverlauf:

Donnerstag, den 24. Mai 2018

7.00 Uhr Abfahrt in Suhl, Platz der Deutschen Einheit
8.00 Uhr Zusteigen in Erfurt, neben dem Hauptbahnhof
9.00 Uhr Zusteigen in Weimar, am Hauptbahnhof, Fahrt zur KZ-Gedenkstätte Lichtenburg, danach weiter zum Übernachtungsort Forst in der Lausitz zum „Hotel Rosenstadt“ in Forst

Freitag, den 25. Mai 2018

nach dem Frühstück, Abfahrt zu einem gemütlichen Tag im Spreewald, mit einer 5-stündigen Kahnfahrt zu einer Hofbrennerei und dem Besuch des DDR–Museums in Burg

Samstag, den 26. Mai 2018

Fahrt nach Frankfurt/Oder, antifaschistische Stadtführung mit dem Kameraden Gerhard Hoffmann (VVN und Mitglied der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora), Gedenken am OdF-Denkmal, danach Fahrt nach Guben und Gubin (Polen), einer Stadt, die seit 1991 die Bezeichnung „Europastadt“ trägt.

Sonntag, den 27. Mai 2018

nach dem Frühstück, Reisegepäck verstauen im Bus, in Forst einen Stadtbummel mit dem Besuch des Denkmals für die 80 erschossenen Deserteure im April 1945 machen und Rückfahrt zu den Einstiegsorten Weimar, Erfurt und Suhl.

Der Teilnehmerpreis im DZ mit Frühstück beträgt pro Person 250,- €
Der Teilnehmerpreis im EZ mit Frühstück beträgt pro Person 310,- €

Im Teilnehmerpreis sind 41,- € für die Kahnfahrt und 6,- € Eintritt für das DDR–Museum enthalten.

In Absprache mit dem Hotel wird morgens zum Frühstück ein Tellergericht zu 12,50 € pro Person zur Vorauswahl für den jeweiligen Abend angeboten.

Der Betrag ist in Vorkasse bis zum 30. April 2018 an die Reiseleiterin zu entrichten. Bei Interesse melden bei:

Elke Pudszuhn
Tel: 03682/ 43765
Handy: 015156985749
E-Mail: elke.pudszuhn@googlemail.com

Änderungen im Programm und Zeitablauf können sich kurzfristig während der Fahrt ergeben.

Hohe Ehrungen zum 90. Geburtstag von Kurt Pappenheim

4. Januar 2018

Wir dokumentieren einen Beitrag aus der Zeitschrift „Blitzlicht“, einen Informationsblatt der Partei Die Linke in Schmalkalden-Meiningen, über die Ehrung von Kurt Pappenheit als Ehrenbürger der Stadt Schmalkalden:

Hohe Ehrungen zum 90. Geburtstag unseres Genossen Kurt Pappenheim

Am 24. Juli dieses Jahres stand der 90. Geburtstag unseres verdienten Genossen bevor. Also haben wir langfristig im Stadtvorstand über eine mögliche Ehrung beraten. Die „Schmalkalder Rose“ hatte Genosse Pappenheim bereits 2015 erhalten, eine Auszeichnung, mit der jährlich 15 Schmalkalder für ihre besondere ehrenamtliche Tätigkeit gewürdigt werden. Das Vorschlagsrecht für eine höhere städtische Ehrung liegt bei den jeweiligen Stadtratsfraktionen. Gemeinsam mit Genossen Klaus-Dieter Kaiser, dem Vorsitzenden unserer Stadtratsfraktion, wurde von mir eine Begründung erarbeitet. Zu unserer großen Freude stimmte der Schmalkalder Stadtrat zu, Kurt Pappenheim die Ehrenmedaille Schmalkaldens zu verleihen.
So war denn am 24. Juli im Waldhotel Ehrental „großer Bahnhof“. Denn nicht nur Verwandte und Freunde waren zur Gratulation und zur Feier erschienen, sondern auch der Schmalkalder Bürgermeister Thomas Kaminski und einige Stadträte sowie der Landrat Peter Heimrich. Bürgermeister und Stadträte überreichten die Schmalkalder Ehrenmedaille, der Landrat ehrte den Jubilar im Auftrag des Ministerpräsidenten Bodo Ramelow mit dem Ehrenbrief des Landes Thüringen; der Vorschlag dafür kam von Kurts langjährigem Freund Roland Büttner aus Erfurt. Natürlich waren die Freude und die Überraschung des Geehrten über die beiden Auszeichnungen groß.
Hier Auszüge aus unserer Begründung für die Schmalkalder Würdigung:

Herr Pappenheim ist neben Herrn Dr. Werner Holland-Cunz der einzige noch lebende Schmalkalder Bürger, der die Gefangenschaft in einem nationalsozialistischen Zwangsarbeitslager überstanden hat. Als Sohn des sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten Ludwig Pappenheim, der wegen seiner unbeugsamen antifaschistischen Haltung bereits im Januar 1934 im KZ ermordet wurde, war die Familie vielen Repressalien ausgesetzt, die letztlich in KZ-Haft für den Bruder Günter und Einweisung in ein Zwangsarbeitslager für Kurt Pappenheim endeten. Nach seiner Rückkehr begann Herr Pappenheim im Herbst 45 eine Lehre, wurde jedoch kurze Zeit später von zwei Freunden seines Vaters, u.a. dem Sozialdemokraten Karl Wißler, bewogen, sich als Neulehrer ausbilden zu lassen. Ab 1946 in Breitungen eingesetzt, begann er bereits damals, einerseits über das Schicksal seiner Familie, insbesondere des Vaters, vor Schülern zu sprechen als auch andererseits Kenntnisse über Verfolgung, Opfer und den Faschismus zu vermitteln. Das heißt, dass er bereits damals anfing, als Zeitzeuge zu wirken, wie in einem kürzlich erschienen Buch eines Breitungers dokumentarisch belegt wird.
Kurt Pappenheim war ab 1948 als stellvertretender und später als Schulleiter in Breitungen, danach im Rosa-Grund tätig; neben schulischen Aufgaben standen Organisation und Durchführung von Ferienlagern, Exkursionen, darunter auch naturkundlichen, auf der Tagesordnung sowie sonntägliche Gespräche mit Jugendlichen zu politischen, also auch antifaschistischen Themen. Als Mitglied der SED hat er sich in den 80er Jahren Forderungen widersetzt, sich von den sozialdemokratischen Positionen seines Vaters loszusagen. Als langjähriger Direktor der Johann-Gottfried-Seume-Schule wird Herr Pappenheim als strenger, vom Kollegium viel verlangender Dienstherr eingeschätzt, der gerecht war, immer die Schule und Kollegen vertreten und auch die Meinungen anderer akzeptiert hat. Ehemalige Schüler beurteilen ihn als „fair, ruhig, besonnen“.
Herr Pappenheim hat in all den Jahren als Zeitzeuge gewirkt, viele Gesprächsrunden mit Schülern in Schmalkalden, in der DDR und vor allem in Buchenwald geführt, „Treffen dreier Generationen“ organisiert (Schüler, Patenbrigaden, ehemalige Häftlinge, Arbeiterveteranen).
Als langjähriger Vorsitzender des Kulturbundes in Schmalkalden, dem viele Schmalkalder Intellektuelle angehörten, hat er sein Augenmerk u. a. auf die Heimatgeschichte gerichtet.
Nach der politischen Wende und im Ruhestand hat sich Herr Pappenheim intensiv der Gedenkkultur, der Vermittlung von Kenntnissen und Erkenntnissen, der Gewinnung von Gesprächspartnern, insbesondere am Gymnasium gewidmet (z.B. Kurt Goldstein und ehemalige jüdische Mitbürger, Angehörige und Nachfahren dieser Familien). Bisher betreute er 23 Projektarbeiten, führte selbst viele Gespräche mit Schülern, nicht nur in Schmalkalden, sondern z. B. auch in Eschwege (u.a. Vortrag vor 60 Schülern) sowie wiederholt in Buchenwald.
Er war immer bemüht, Schüler für die Teilnahme an Gedenkveranstaltungen zu gewinnen. So hat er 1996 die Erarbeitung des „Schülerprojektes 1926 – 1948“ angeregt. Im vergangenen Jahr übergab er dem Stadt- und Kreisarchiv große Teile seines eigenen Archivs und das gesamte, von seiner Mutter verwaltete Archiv seines Vaters.
Damit stehen der Stadt umfangreiche Materialien zur Geschichte der Juden in Schmalkalden, zur Geschichte der Naziverbrechen, zur Geschichte unserer Heimatstadt und zur nationalen und interrnationalen Geschichte zur Verfügung. Seit Jahren bemüht sich Herr Pappenheim um eine gemeinsame Gedenkkultur, in die Parteien, Kirchen, Vereine und insbesondere die Schulen einbezogen werden sollten.
Außerordentliche, über die Stadtgrenzen weit hinausreichende Verdienste hat sich Herr Pappenheim in der Entwicklung und Pflege der jüdischen Gedenkkultur erworben. 1999 erschien sein Buch „Die jüdische Gemeinde Schmalkalden und ihr Ende im Holocaust“. Gemeinsam mit dem Stadtarchiv und der Familie Simonsohn/ Chile gestaltete er die Ausstellung „Jüdische Familien in Schmalkalden“, beteiligte sich intensiv an der Ausstellung über seinen Vater und unterstützte die Herausgabe des Buches über ihn. Er hat großen Anteil daran, dass die Erinnerungstafel für die jüdische Synagoge angebracht und Stolpersteine in der Stadt verlegt wurden. In den 1990er Jahren kümmerte sich Herr Pappenheim um formelle Belange bei der Rückgabe und Entschädigung jüdischer Familien.
Besonders zu würdigen sind seine engen Beziehungen zu Familien ehemaliger Schmalkalder Juden, z. B. in Chile, den USA und Frankreich, von denen etliche jeweils am 9. November zu Gast waren und auch öffentlich zu den Gedenkveranstaltungen, im Rathaus und im Gymnasium aufgetreten sind. Er steht in regem Austausch mit diesen Menschen und ist bemüht, weitere Kontakte zu knüpfen. Es würdeder Ehre des Stadtrates und unsererStadt dienen, wenn Herr Kurt Pappenheim mit der Ernennung zum Ehrenbürger die seinem Wirken als Zeitzeuge gerechte Anerkennung erfährt.


Kurt Pappenheim (rechts) mit seinem Bruder Günter bei der Verlegung eines Stolpersteines für Vater Ludwig Pappenheim in Eschwege. (Foto: Elke Pudszuhn)

Pressemitteilung: Gedenken an Suhler Antifaschisten der „Friedberg-Widerstandsgruppe“

1. Januar 2018

Am 5. Januar 1945 wurden acht Antifaschisten der Widerstanssgruppe „Friedberg“
Adolf Anschütz, Rudolf Gerngroß, Friedrich Heinze, Ernst König, Emil Recknagel, Minna Recknagel, Karl Stade und Ewald Stübler im „20-Sekunden-Takt“ im Lichthof des Landesgerichtsgefängnisses Weimar hingerichtet.

Sie gehörten zu den über 200 Antifaschisten, die im Rahmen der beiden Massenverhaftungen des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) am 9. September 1943 und am 8. Juni 1944 in die Hände der Gestapo fielen, die in gewachsenen Widerstandsstrukturen der Betriebe und Wohnorte aktiv gewesen waren. Sie setzten ihren Widerstand auch unter den schwierigen Bedingungen der Haft in der Landesstrafanstalt Ichtershausen,weiteren Haftanstalten und im KZ fort.
In den nachfolgenden „Suhler Waffen- und Hochverratsprozessen“ des Volksgerichtshofes (VGH) und des Reichskriegsgerichts wurden 1944/Anfang 1945 Todesurteile gefällt, bzw. hohe Freiheitsstrafen verhängt. Die sogenannten Hochverratsprozesse und der generelle Hochverratsvorwurf gegen Frauen und Männer im Widerstand gegen das herrschene NS-Regime dienten der Diskriminierung und Kriminalisierung des berechtigten Widerstandes gegen eine Politik, die Deutschland in den Untergang eines Welt- und Weltanschauungakrieges führte und schlussendlich mehr als 50 Millionen Menschen den Tod brachte.

Am Freitag, den 5. Januar 2018 um 10.00 Uhr werden Angehörige,Freunde und Mitglieder der Basisgruppe Suhl/Südthüringen des Thüringer Verbandes der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschsten am Gedenkstein an der Wendeschleife Friedbergsiedlung der Ermordeten gedenken, daran erinnern, dass Krieg und Terror immer Opfer zu beklagen hat – damals wie heute.

Elke Pudszuhn
Sprecherrat Basisgruppe Suhl/Südthüringen TVVdN/BdA

Thälmanngedenken am 18. August 2017

15. August 2017

Unter dem Motto „ERINNERN – GEDENKEN – MAHNEN“ steht die diesjährige Gedenkveranstaltung aus Anlass des 73. Jahrestages der Ermordung des Antifaschisten Ernst Thälmann. Sie findet am Freitag, dem 18. August 2017 um 17.00 Uhr im Hof des Krematoriums des ehemaligen KZ Buchenwald statt. Es handelt sich um eine gemeinsame Gedenkveranstaltung des Thüringer Verbandes der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten und der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora.

Die Gedenkworte spricht Sandro Witt, Leiter der Landesvertretung DGB Thüringen und stellv. Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen.

6000 Neonazis treffen sich in Themar – und keiner ist verantwortlich

16. Juli 2017

Die VVN-BdA hat mit Empörung und Erschrecken die Vorgänge um das wohl größte Rechtsrock-Konzert an diesem Wochenende im thüringischen Themar verfolgt. Unter dem Schutz von 1000 Polizisten traten auf Einladung offen neofaschistischer Organisatoren Musikgruppen auf, die mit ihren menschenverachtenden Texten und Musikstücken Rassismus und Fremdenfeindlichkeit propagieren und die wie die Gruppe „Stahlgewitter“ Verbindungen zum verbotenen Netzwerk „Blood and Honor“ haben. Dieses Konzert wurde zu einem Anziehungspunkt für Neonazis nicht nur aus Thüringen, sondern aus Deutschland und dem europäischen Ausland.

Wir fragen die politisch Verantwortlichen in Thüringen:
Wie kann es sein, dass der Bürgermeister der Gemeinde, der sich klar gegen dieses Treffen ausgesprochen hat, und die Kreisverwaltung von der thüringischen Kommunalaufsicht alleine gelassen worden sind bei der gerichtsfesten Vorlage eines Widerspruchsbescheids? War man dort überhaupt nicht an einem gerichtlichen Verbot interessiert?
Welche Rolle spielt der thüringische Verfassungsschutz, der zwar über Russland-Kontakte Thüringer Neonazis Bescheid weiß, aber keine verbotsrelevanten Fakten zu diesem Treffen zusammentragen konnte? Hat sich – trotz neuer Leitung – die „kooperative“ Haltung gegen über der extremen Rechten, die sich so unsäglich bei den NSU-Morden gezeigt hat, nicht geändert?
Was ist von einem Thüringischen Innenminister zu halten, der keine Anstalten unternimmt, ein solches Treffen zu verhindern und sich stattdessen vom Verwaltungsgericht ermächtigen lässt, mit seiner Polizeitruppe den „ruhigen Ablauf“ zu gewährleisten, so wie eine Woche zuvor beim G20 – Treffen in Hamburg?

Wir erwarten von den politischen Kräften in Thüringen, dass sie dieses skandalöse Vorgehen nicht verdrängen („Schön, dass es vorbei ist!“), sondern politische und juristische Handlungsstrategien entwickeln, die eine Wiederholung eines solchen Neonazi-Konzertes ausschließen.
Die VVN-BdA wird mit ihren Kräften weiterhin den gesellschaftlichen Widerstand gegen solche neofaschistischen Provokationen unterstützen.

Dr. Ulrich Schneider
Für den Sprecherkreis der VVN-BdA

Erinnerung an den Widerstandskämpfer Magnus Poser zum 105. Geburtstag

15. Juli 2017

Von Elke Pudszuhn.

26. Januar 1907 – 21. Juli 1944

In meiner Heimatstadt Zella-Mehlis erinnert eine Straße, die seinen Namen trägt, an den aufrechten Antifaschisten Magnus Poser.
Der 27. Januar, vor 67 Jahren wurden die Häftlinge des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee befreit, ist seit Jahren der Nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.
Was verbindet Magnus Poser mit unserer Stadt und meinen Eltern Hans und Else Raßmann?

Von der ersten Stunde des sich formierenden faschistischen Herrschaftssystems an gehörten sie zu den entschiedensten Gegnern der Naziregimes. Gemeinsam mit anderen Antifaschisten in Thüringen, so auch in Zella-Mehlis und Jena beschlossen sie, als illegale Gruppe aktiven Widerstand zu leisten, Solidarität zu organisieren, Losungen und Flugblätter gegen den Faschismus herzustellen und zu verbreiten. Ein eingeschleuster Spitzel der Gestapo, der als Bezirkskurier der KPD tätige Erich Thieme aus Erfurt, verriet über 200 Antifaschisten aus ganz Thüringen, darunter auch meine Eltern- Hans und Else Raßmann aus Zella-Mehlis, die alle in das erste KZ in Thüringen nach Bad Sulza in „Schutzhaft“ genommen wurden. Im KZ Bad Sulza lernten meine Eltern Magnus und Lydia kenne. Lydia war mit meiner Mutter in einer Zelle in der sogenannten Frauenabteilung und wusste, dass meine Eltern bei den Verhören die Aussagen verweigert hatten und man ihnen mit „dauernder Schutzhaft“ drohte.
Über den Austausch von Kassibern zwischen meinem Vater und meiner Mutter, die Magnus über Lydia organisierte, ist es ihnen gelungen ihre Aussagen vor den Gestapo abzustimmen um das Strafmaß eventuell zu verringern. Auf diesem Wege wurden auch Informationen über politische Ereignisse und über Zu- und Abgänge aus dem KZ weitergeleitet. Magnus Poser gehörte im KZ zur illegalen Parteileitung und er unternahm alles, um den Gefangenen Mut und Zuversicht zu geben, Solidarität zu üben, das viele Inhaftierte später bestätigten.
Von der Verhaftung im November 1933 bis zur Verurteilung im Mai 1934 vor dem Oberlandesgericht Jena wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ im KZ Bad Sulza, mussten sie nun ihre Haftstrafen (Magnus P. 2 J. 3 Mon. Lydia 2 J. Hans 2 J. 3 Mon., Else 2 J.) „absitzen“. Poser und Raßmann kamen in das Landesgefängnis Ichtershausen, die Frauen in das Frauengefängnis Gräfentonna und danach nach Hohenleuben.
Auch im Gefängnis Ichtershausen entwickelte Magnus mit anderen Kameraden unter den politischen Gefangenen ein solidarisches Netzwerk, in dem Informationen ausgetauscht und Hafterleichterungen für schwächere Häftlinge organisiert wurden.
Nach der Entlassung aus den Gefängnissen heirateten Magnus und Lydia im September 1936, zwei Jahre später kam Tochter Ruth zur Welt.
Beide kannten sich schon lange aus gemeinsamer politischer Arbeit. Lydia Orban (1909- 1984) in einer Arbeiterfamilie in Heidersbach geboren, lebte seit 1912 in Jena .
Für beide stand die Fortsetzung ihres Widerstandes gegen das Naziregime auch nach der Haftentlassung außer Frage. Die veränderten Verhältnisse verlangten jedoch auch eine neue Form und Richtung des illegalen Widerstandes. Sie standen unter Beobachtung und mussten sehr umsichtig wieder Kontakte knüpfen.
Es gehört zu den großartigen Leistungen Posers, dass es ihm trotz Haft und polizeilicher Überwachung gelang, eine Widerstandsorganisation in Jena zu errichten und Verbindungen zu vielen Orten, auch nach Zella-Mehlis zu meinen Eltern aufzubauen.
1941 begann die illegale Zusammenarbeit mit Theo Neubauer und ab 1942 entwickelte die „ Neubauer–Poser-Gruppe“ direkte und indirekte Kontakte zu anderen Widerstandsorganisationen in Deutschland bis hin zur militärischen Opposition um Claus Graf Schenk von Stauffenberg und dem Kreisauer Kreis.
Beim letzten Treffen Posers in Zella-Mehlis zu Pfingsten 1944 übergab Magnus die letzten Flugblätter „ Brief an die gefangenen Rotarmisten, Ostarbeiter und Ostarbeiterinnen“ in russischer Sprache, die er in einem von ihn gefertigten Tablett versteckt hatte. Am 14. Juli 1944 wurden Magnus und Lydia Poser verhaftet und in das berüchtigte Weimarer Gestapo- Gefängnis eingeliefert. Lydia kam nach zwei Tagen wieder frei und konnte alle Verbindungsleute zu den Gruppen in Thüringen von der Verhaftung in Kenntnis setzen und warnen. Poser wusste, dass die Gestapo ihm unter allen Umständen ein Geständnis abpressen wollte. Um dieser Gefahr zu entgehen, unternahm er in der Nacht vom 20. zum 21. Juli 1944 einen Fluchtversuch, bei dem er von mehreren Schüssen getroffen und schwer verletzt aufgegriffen wurde. Die Gestapo transportierte ihn ins Krankenrevier des KZ Buchenwald, wo die Gestapo mit einer Befragung begann. Auf die drängenden Fragen des Gestapo-Mannes antwortete Poser für alle gut vernehmbar: „Grüßt mir meinen Freund Theo Neubauer!“ Danach wurde er operiert, verstarb aber an den Folgen seiner schweren Verletzungen.
Viele Antifaschisten verdanken Magnus Poser und seinem mutigen Schweigen ihr Leben. Er kämpfte gegen den Hitlerfaschismus, erwies sich im illegalen Widerstand als ausgezeichneter Organisator und hatte durch seinen lauteren Charakter viele Freunde, nicht nur unter den Genossen. Er opferte sein Leben für ein neues Deutschland , das verdient unsere uneingeschränkte Achtung.
Es gab mal eine Schule, die seinen Namen trug, jetzt ist es das Heinrich-Erhardt-Gymnasium, aber im „Volksmund“ bleibt es die „Poserschule“,wenn die Rede darauf kommt.
In Zella-Mehlis erinnern die Straßen Magnus Poser, Theo Neubauer, Karl Zink und der Marcel Callo – Platz an Opfer der Naziherrschaft.

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